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Das Foto zeigt eine junge Frau, die ihren Handrücken vor ihr Gesicht hält und zu Boden schaut. Sie wirkt niedergeschlagen.

Gewalt ist immer verletzend und zerstörend

Gewalt hat viele Gesichter

Gewalt hat viele Gesichter: Menschen können dich mit dem, was sie sagen, stark verletzen oder auch mit körperlicher und sexualisierter Gewalt. Besonders schlimm ist es, wenn du dich dort, wo du lebst - in der Schule, in deiner Nachbarschaft, in deiner Familie - nicht mehr sicher und geborgen fühlen kannst. Wenn du ständig Gewalt in Worten oder in Taten erlebst, ist das eine extreme Belastung. Es kann sein, dass es dir immer schlechter geht. Vielleicht kannst du dann in der Schule nicht mehr gut lernen. Es kann sogar sein, dass du richtig krank wirst. Du brauchst Hilfe, damit es aufhört und es dir besser geht!

Wenn du Gewalt in besonders intensiver Form ausgesetzt warst

  • z.B. unterwegs auf der Strasse von einer oder mehreren Personen verfolgt, umzingelt worden bist
  • stark geschlagen und gequält worden bist
  • sexuell belästigt oder vergewaltigt worden bist,
  • vielleicht um dein Leben gefürchtet hast

kann auch ein einmaliges Erlebnis starke Auswirkungen auf dein Leben haben. Du möchtest vielleicht alles schnell vergessen. Dein Leben soll einfach weitergehen als sei nichts geschehen. Aber es kann sein, dass du häufiger und stärker Angst bekommst als vor dem Überfall. Vielleicht hast du Alpträume oder du siehst immer wieder das, was du erlebt hast, im Kopf wie einen Film. Dann brauchst du Hilfe!

Sexualisierte Gewalt: Reden hilft - Schweigen schützt die Falschen

Sexuelle Übergriffe werden als besonders demütigend und beschämend erlebt. Mädchen werden mit Blicken und üblen Wörtern sexuell belästigt, sie werden angegrabscht, beim Umziehen beobachtet, verfolgt, ungefragt zu sexuellen Handlungen gezwungen, denen sie nicht zustimmen. Mädchen erleben es an allen möglichen öffentlichen Orten, wo sie niemals mit einem Übergriff gerechnet hätten (z.B. in der Schule, im Schwimmbad, in der Disco, Jugendclub). Am häufigsten passieren sexuelle Übergriffe jedoch nicht von Fremden, sondern von Menschen, die man meint, gut zu kennen und denen man eigentlich vertraut: der Onkel, der Nachbar, der Kumpel, der Arbeitskollege, der Typ, in den man sich verknallt hat…oder sogar der Stiefvater oder der eigene Vater. Wenn du so etwas erlebst, geht es dir richtig schlecht. Du bist wahrscheinlich total durcheinander und vielleicht denkst du sogar, es ist deine Schuld. Die Verantwortung für die Übergriffe liegt aber immer bei dem Täter.

Das Foto zeigt ein Parkplatz-Schild, das mit einer Kette an einen Baum befestigt wurde.

Meistens sind die Täter männlichen Geschlechts, aber es gibt auch sexuell übergriffige Frauen. Diesen Menschen sind deine Gefühle und Gedanken ziemlich egal, auch wenn sie dir wer weiß was erzählen. Es gibt Täter, die Mädchen mit brutaler körperlicher Bedrohung zu sexuellen Handlungen zwingen. Es gibt Täter, die sich bei dir einschleimen mit Komplimenten und Geschenken, um dich gefügig zu machen, dich gefühlsmäßig erpressen und unter Druck setzen. Meistens haben sie sich vorher alles überlegt und geplant. Manche Mädchen merken erst nicht, worauf die Typen hinaus wollen und fühlen sich geschmeichelt von dem Interesse und der Zuwendung. Du bist dann vielleicht total verwirrt, dass jemand der so "nett" ist, dein Vertrauen missbraucht und zweifelst an deiner eigenen Wahrnehmung.

Lass dich auch nie überreden "schöne" Nacktfotos oder Videos von dir machen zu lassen. Damit kannst du später unter Druck gesetzt und erpresst werden. Täter setzen auch Alkohol, Tabletten und Drogen ein, um an ihr Ziel zu kommen und deine Widerstandsfähigkeit zu schwächen. Im schlimmsten Fall wirst du sogar in die Drogenabhängigkeit gezogen, damit du dich nicht mehr wehren kannst. Je länger du sexuellen Übergriffen ausgesetzt bist, umso hoffnungsloser und verzweifelter fühlst du dich vielleicht. Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen. An erster Stelle dabei steht, dass du unterstützt wirst, dass jemand an deiner Seite steht und alles gut mit dir zusammen überlegt und bespricht. Es ist wichtig, dass diese Person verschwiegen ist und nicht alles herumerzählt.


Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine SchulsozialarbeiterIn), um alles zu besprechen und nach Wegen zu suchen, dass es dir wieder besser gehen kann.
  • Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.
  • Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben.

 

Körperliche und seelische Gewalt

Es kann schon mal passieren, dass jemand in deiner Umgebung extrem schlecht drauf ist oder vielleicht zu viel Alkohol getrunken hat und seine (oder ihre) schlechte Laune an dir auslässt. Einfach, weil du gerade da bist, bekommst du es ab: z.B. du wirst übel beschimpft, mit Sachen beworfen oder herumgeschubst. Das ist auch nicht schön, wenn es nur einmal passiert, dass dich jemand als Blitzableiter für seine oder ihre Wut benutzt.

Das Foto zeigt ein Mädchen von hinten, das auf einer Bank sitzt.

Wenn aber jemand, der oder die dir eigentlich etwas bedeutet und von dem du direkt abhängig bist (z.B. deine Mutter, dein Vater, deine Schwester oder dein Bruder), ständig und immer wieder schlecht mit dir umgeht, dich schlägt, dir schlimme Sachen sagt oder dich zu etwas zwingt, was dir total zuwider ist, dann wird sich das auf deine Gefühle und Gedanken auswirken. Du wirst dich immer schlechter fühlen, dein Selbstbewusstsein leidet: du denkst, du bist anderen nichts wert, bekommst nicht den Respekt und die Unterstützung, die du brauchst, um erwachsen zu werden.

Es ist auch schlimm, wenn du direkt mitbekommst, dass jemand aus deiner Familie jemand anders aus deiner Familie misshandelt: z.B. wenn dein Vater deine Mutter immer wieder beschimpft und schlägt. Auch das kann dir schwer zu schaffen machen.

Du brauchst Unterstützung, damit die Bedrohung und Gewalt in deiner Familie aufhört und du dich wieder sicher fühlen kannst!

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine SchulsozialarbeiterIn), um alles zu besprechen und nach Wegen zu suchen, dass es dir wieder besser gehen kann.
  • Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.
  • Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben.

Achtung: wenn du eine heftige Gewaltsituation in der Familie erlebst, in der du oder jemand anders schwer bedroht und misshandelt wird, kannst du auch direkt die Polizei (Tel. 112) anrufen und sagen, dass sie kommen soll. Die Polizei muss dafür sorgen, dass die Gewalt beendet wird.

  0521 - 17 88 13