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Das Foto zeigt zwei Mädchen. Das linke Mädchen legt den Arm um das andere Mädchen, die sich an ihre Schulter lehnt.

Du lebst in Deutschland und wirst trotzdem wie eine Fremde behandelt

In der Schule, auf der Straße, bei Bewerbungen, in den Medien: Es ist keine Seltenheit, dass dir deutlich gemacht wird, dass du angeblich anders bist und nicht dazu gehörst.

Du lebst in Deutschland und wirst trotzdem wie eine Fremde behandelt. Für dich ist hier dein Zuhause und es nervt dich, dass du schon mal gefragt wirst, wann du denn zurück in deine "Heimat" willst. Oder du musst immer wieder erklären, warum du dein Kopftuch trägst und dass du es freiwillig trägst, und nicht dazu gezwungen wirst. In der Schule wird von dir erwartet, dass du beim Thema "Integration" Details aus dem Leben deiner Familie erzählst. In der Schule, auf der Straße, bei Bewerbungen, in den Medien: es ist keine Seltenheit, dass dir deutlich gemacht wird, dass du angeblich anders bist und nicht dazu gehörst. So etwas kann auf Dauer schon ziemlich ätzend sein.

Rassistische Diskriminierungen gehören - leider - oft zum Alltag von Menschen mit Migrationsgeschichte. Von Migrationsgeschichte spricht man übrigens dann, wenn du, deine Eltern oder deine Großeltern aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen sind.


Rassismus hat viele verschiedene Gesichter

Rassismus hat viele verschiedene Gesichter: Handlungen, Worte, Einstellungen, Vorurteile, denen du begegnest, die mal offen und mal versteckt sind. Eins haben dabei aber alle gemeinsam: nur wegen einem Merkmal - sei es Hautfarbe, Religion oder Herkunft - wirst du anders behandelt.

Leute ziehen über die Heimat deiner Eltern her, oder beleidigen dich, weil du anders aussiehst oder einer anderen Religion angehörst? Es kann sein, dass du Schwierigkeiten hast, einen Ausbildungsplatz zu finden und denkst, dass es was mit deiner Herkunft zu tun hat? Du wirst blöd angemacht, weil du ein Kopftuch trägst? Es kommt schon vor, dass man sich in solchen Situationen ohnmächtig fühlt und nicht weiß, wie man mit seiner Wut umgehen soll.

Eins ist klar: mit dem, was du erlebst, bist du nicht allein. Wenn du Rat und Unterstützung brauchst, wie du mit rassistischen Situationen umgehen sollst, dann wende dich an uns.

Das Foto zeigt ein Fahrrad vor einem Schild, auf dem 'Hier keine Räder abstellen' steht.

Nicht jede Diskriminierung ist Rassismus. Es gibt auch andere Formen von Benachteiligung. Zum Beispiel kannst du ungleich behandelt werden, weil deine Eltern nicht so viel Geld haben und du dir deshalb nicht so teure Klamotten kaufen kannst, wie die anderen aus deiner Klasse oder weil du als Rollstuhlfahrerin nicht in die Disco kannst, in die deine Freundinnen alle gehen oder weil du jünger bist und du dich nicht ernst genommen fühlst. Auch mit anderen Erfahrungen, durch die du dich ausgegrenzt oder diskriminiert fühlst, kannst du dich an uns wenden.

Es ist wichtig, dir bewusst zu machen, dass du mit deinen Erfahrungen nicht allein bist. Das, was du erlebst, erleben auch viele andere Menschen in ähnlicher Form. Es tut gut, sich Gleichgesinnte zu suchen, die dich verstehen und bei denen du nicht alles erklären musst. Zusammen mit Gleichgesinnten kannst du Wege finden, die dich im Alltag stärken und dir helfen, besser mit deiner Situation umzugehen.

Wenn du das Gefühl hast, du bekommst aufgrund deiner Religion, deiner Herkunft etc. keinen Ausbildungsplatz, dann kannst du etwas dagegen unternehmen.

Wenn du mehr Infos zum Thema Rassismus möchtest, dann empfehlen wir dir folgende Seiten: www.schule-ohne-rassismus.org


Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine SchulsozialarbeiterIn), um alles zu besprechen und nach Wegen zu suchen, dass es dir wieder besser gehen kann.
  • Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.
  • Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben.



grenzenlos und unverschämt
ein gedicht gegen die deutsche sch-einheit

ich werde trotzdem afrikanisch sein
auch wenn ihr mich gerne deutsch haben wollt
und werde trotzdem deutsch sein
auch wenn euch meine schwärze nicht passt
ich werde noch einen schritt weitergehen
bis an den äußersten rand
wo meine schwestern sind
wo meine brüder stehen
wo unsere FREIHEIT beginnt
ich werde noch einen schritt weitergehen
und noch einen schritt weiter
und wiederkehren
wann ich will
grenzenlos und unverschämt bleiben

May Ayim 1990

Abdruck des Gedichts (aus "blues in schwarz weiss") mit freundlicher Genehmigung des Orlanda Frauenverlags

  0521 - 17 88 13