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Das Foto zeigt ein Mädchen, das vor einer grünen, bemalten Holzwand sitzt. Das Mädchen wird von der Seite gezeigt. Sie schaut nachdenklich.

Es gibt verschiedene Arten von Sucht

Eigene Sucht

Es gibt ganz verschiedene Arten von Sucht, zum einen die Sucht nach einem „Stoff“ wie Alkohol, Medikamente, Zigaretten oder illegale Drogen und zum anderen die Sucht nach einer Tätigkeit wie, Computer spielen, essen, nicht-essen, fernsehen, kaufen, auf eine Partnerschaft fixiert sein und viele andere.

Von einer stoffbezogenen Sucht im engeren Sinne spricht man, wenn eine Abhängigkeit von einem Suchtmittel besteht. Eine Abhängigkeit erkennt man z.B. daran,

  • dass immer größere Mengen konsumiert werden „müssen“, um denselben Effekt herzustellen, z.B. sich betrunken fühlen.
  • dass körperliche Entzugserscheinungen bei Nichteinnahme oder Reduzierung des Suchtmittels auftreten, z.B. sich nervös und zittrig fühlen.
  • dass der Wunsch nach dem Suchtmittel größer ist als andere wichtige Tätigkeiten, Werte und Beziehungen, z.B. ein Treffen absagen, weil es dort keinen Alkohol gibt etc..
  • dass negative Konsequenzen, wie Stress in Familie oder Schule, Kontrollverlust, Prügeleien, gesundheitliche Probleme etc. in Kauf genommen werden.

Der Übergang zu einer Abhängigkeit ist oft fließend. Du solltest immer dann hellhörig und aufmerksam bei dir oder anderen werden, wenn das Suchtmittel im Kopf immer mehr Zeit in Anspruch nimmt und kaum mehr Platz für andere Themen lässt.

Oft ist der Weg zum Erwachsenwerden mit Unsicherheiten, Ängsten, Selbstzweifeln oder anderen psychischen Problemen verbunden, für die es nicht immer sofort eine Lösung gibt. Daher benutzen manche Jugendliche Drogen und Alkohol, um sich den Problemen in der Realität nicht zu stellen oder negative Gefühle wie z.B. Überforderung, Ängste oder Leere nicht oder nur abgemildert spüren zu müssen. Häufig schleicht sich dadurch eine Art Abstumpfung ein, die leider auch die positiven Gefühle betreffen. Vielleicht geht es dir auch so, oder du fühlst dich wie viele Jugendliche von deinem Umfeld unverstanden. Du kannst oder willst deine Gefühle nicht mitteilen und fühlst dich gleichzeitig allein, wenn du es nicht tust.

Im Zustand nach der Einnahme eines Suchtmittels fühlst du dich vielleicht für kurze Zeit aufgehoben, geborgen, entspannt oder locker.

Wenn dieser Zustand vorbei ist, stellst du fest, dass die Probleme immer noch da sind und möglicherweise hast du zusätzlich auch noch ein schlechtes Gewissen oder andere unangenehme Gefühle und Beschwerden.


In der Regel orientieren sich Jugendliche an Gleichaltrigen

Das Foto zeigt eine Clique Jugendlicher.

In der Regel orientieren sich Jugendliche an Gleichaltrigen. Kommt es vor, dass Jugendliche in einer Gruppe sind, in der es normal ist, Alkohol und Drogen zu konsumieren, kann der Gruppenzwang für sie der Beginn einer Suchtabhängigkeit sein. Sie wollen sich bei ihnen Anerkennung verdienen, besonders wenn sie zu Hause oder in der Schule keine bekommen. Oder sie wollen sich von der Welt der Erwachsenen abgrenzen, aber gleichzeitig auch erwachsen wirken. Alkohol oder Cannabis (Haschisch) können diese Funktionen dann scheinbar gut erfüllen.

Mädchen greifen manchmal auch zu Suchtmitteln um etwas zu tun, für das sie sich eigentlich noch nicht bereit fühlen oder das mit Ängsten verbunden ist. Sie denken z.B. sie müssten schon mit ihrem Freund schlafen, obwohl sich das für sie noch gar nicht stimmig anfühlt, sie damit noch warten möchten oder sie noch nicht genug Vertrauen in den Freund oder in die Partnerschaft haben. Wenn sie mit Hilfe des Suchtmittels ihre innere Stimme umgehen, hat das immer negative Konsequenzen für sie, z.B. dass sie sich schuldig oder ausgenutzt fühlen oder dass sie Wut oder Hass sich selbst oder dem Freund gegenüber empfinden.

Häufig kommen abhängige Jugendliche aus einem Elternhaus, in dem auch schon ein Elternteil oder beide ein Problem mit Suchtmitteln hatte. Sie haben bewusst oder unbewusst mitbekommen, zu welchen Zwecken Suchtmittel eingesetzt werden und ihnen fehlt vielleicht auch ein Vorbild dafür, anders mit Problemen oder Konflikten umzugehen.

Es ist egal, welches Suchtmittel genommen wird. Sobald es regelmäßig zu bestimmten Anlässen konsumiert wird, liegt es nahe, dass ein bestimmter Zustand, wie Entspannung und Zufriedenheit nach und nach nur noch mit Hilfe des Suchtmittels erreicht werden kann. Wenn dann keine Alternativen vorhanden sind, um den gewünschten Zustand zu erreichen, kann so der Konsum des Suchtmittels zur Gewohnheit werden. Süchte können auch in Beziehungen Schaden anrichten, da süchtiges Verhalten Menschen verändert. Vielleicht kommt es vor, dass sich dein Freund anders verhält und gewalttätig wird, wenn er getrunken hat? Oder deine Freundin ist so auf die Beschaffung ihrer Droge fixiert, dass du dich nicht mehr auf sie verlassen kannst?

Wenn du solche oder ähnliche Situation kennst oder vielleicht selbst ein Problem mit Alkohol, Medikamenten oder anderen illegalen Drogen hast, ist es gut, sich Unterstützung zu holen.


Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine SchulsozialarbeiterIn), um alles zu besprechen und nach Wegen zu suchen, dass es dir wieder besser gehen kann.
  • Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.
  • Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben.

 

Du findest im Internet viele Seiten zum Thema Sucht, Alkohol und Drogen. Einige von ihnen haben wir hier aufgelistet:

 


Suchtkranke Eltern

Wenn die eigenen Eltern suchtkrank sind

Das Foto zeigt den Schatten einer 'klassischen' westlichen Kleinfamilie: Vater, Mutter, zwei Kinder.

Wenn die eigenen Eltern suchtkrank sind, kann dich das ganz schön fertig machen. Unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Tabletten verhalten sich Menschen häufig ganz anders als sie es sonst tun. Manchmal tun sie Dinge (sie sagen oder machen etwas), die sie später bereuen. Oder aber sie wollen über das Geschehene nicht mehr nachdenken und versprechen, dass alles wieder gut wird, ohne dass sie wirklich etwas ändern. Wenn du deinen Vater oder deine Mutter so erlebst, kann dich das sehr erschrecken. Vielleicht fühlst du dich unsicher und ängstlich oder du bist einfach nur traurig oder immer wieder enttäuscht von deinen Eltern. Du kannst das Gefühl bekommen, nicht geliebt zu werden – manchmal, weil ein Elternteil aggressiv wird, manchmal einfach, weil deine Eltern keine Zeit für dich haben, oder du einfach ignoriert wirst. Die meisten suchtkranken Eltern lieben ihre Kinder, doch die Sucht lässt es oft wenig zu, dies zu zeigen. Es kann passieren, dass sich das Leben des eigenen Elternteils fast nur noch um das Suchtmittel dreht und dies den Alltag stark beeinflusst. Häufig kann es Streit, Spannungen oder auch Gewalt geben, die mit dem Alkohol- oder Drogenkonsum zusammen hängen. Das zu erleben ist sehr schwer!

Gerade von den eigenen Eltern erwartet man, dass sie sich vernünftig verhalten und ihr Leben auf die Reihe kriegen. Das ist aber leider nicht immer der Fall. Und als Jugendliche stehst du dann daneben, und weißt nicht, was du tun sollst. Vielleicht versuchst du zu helfen, vielleicht willst du am liebsten einfach nur „raus“. Manche Mädchen schämen sich für das Verhalten ihrer Eltern und möchten am liebsten niemandem davon erzählen, weil es ihnen so peinlich ist. Es gibt auch Mädchen, die Schuldgefühle bekommen, weil sie schlecht über ihre Eltern denken. Oder sie denken, sie selbst müssten es schaffen, ihren Eltern zu helfen. Doch das ist etwas, wofür kein Mädchen die Verantwortung übernehmen kann!

Leere Flaschen, die von oben fotografiert sind

Wenn du davon betroffen bist, dass deine Eltern Alkohol oder Drogen zu sich nehmen, ist es vor allem wichtig, dass du gut mit dir umgehst. Du solltest versuchen, dir immer wieder klar zu machen, dass du selbst keine Schuld oder Verantwortung für die Sucht deiner Eltern hast. Eine Alkohol- oder Drogensucht deiner Mutter oder deines Vaters ist eine Krankheit, für die du nichts kannst! Eine Suchterkrankung kann gut behandelt werden, wenn der Betroffene sich eingesteht, Hilfe anzunehmen.

Für dich kann es sehr hilfreich sein, mit Menschen, denen du vertraust, darüber zu sprechen. Ob es ein Familienmitglied, eine Freundin, eine Lehrerin, oder eine ganz andere Person ist – mit jemandem darüber sprechen zu können, ist oft schon viel wert. Vielleicht fällt dir ein Erwachsener ein, der einen positiven Einfluss auf deine Eltern hat und /oder der dir in deiner schwierigen Situation beisteht und dir hilft. Du kannst dir auch Informationen und Hilfe in einer Beratungsstelle holen. Dort weiß man auch, wie schwierig deine Situation sein kann und bietet dir Unterstützung an. Du selbst kannst dir Hilfe für dich holen, und du verdienst das!!!


Was du tun kannst:

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine SchulsozialarbeiterIn), um alles zu besprechen und nach Wegen zu suchen, dass es dir wieder besser gehen kann.
  • Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.
  • Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben.
  • Oder du wendest dich an die Nummer gegen Kummer wenden: www.kinderundjugendtelefon.de

Mehr Infos zum Thema suchtkranke Eltern findest du hier:

  0521 - 17 88 13