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Das Foto zeigt eine junge Frau, die ihren Handrücken vor ihr Gesicht hält und zu Boden schaut. Sie wirkt niedergeschlagen.

Was ist Gewalt? Und welche Folgen kann sie haben?

Gewalt hat viele Gesichter

Gewalt ist alles, womit jemand versucht, einen anderen Menschen zu schädigen oder stark einzuschränken: Das kann psychisch (z.B. durch Beleidigen oder Einschüchtern), körperlich (z.B. durch Schlagen) oder sexualisiert (z.B. durch Vergewaltigung) geschehen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere spezifische Gewaltformen, wie z.B. Mobbing, Stalking, Zwangsverheiratung, Vorgetäuschte Liebe, Diskriminierung, Rassismus oder Vernachlässigung.

Oft sind Mädchen und Frauen von unterschiedlichen Gewaltformen gleichzeitig betroffen.

Mittlerweile ist bekannt, dass Mädchen und Frauen mit Beeinträchtigungen besonders häufig von Gewalt betroffen sind (siehe www.maedchensicherinklusiv.de).

Sexualisierte Gewalt

Mit sexualisierter Gewalt sind Mädchen und junge Frauen leider häufig konfrontiert – auch durch Gleichaltrige. Das können ungewollte Berührungen (z.B. an Busen oder Po) sein, das Mädchen und junge Frauen gezwungen werden, an einem Erwachsenen sexuelle Handlungen vorzunehmen, gedrängt zu werden, pornografische Bilder oder Videos anzuschauen. Manchmal spielen auch K.O.-Tropfen eine Rolle.

Bei sexualisierter Gewalt – wie bei anderen Formen von Gewalt – geht es um Gewalt und Machtausübung.

Häufig machen Mädchen auch Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt im Internet: Viele Mädchen werden bei Snapchat, TikTok oder Instagram sexuell angemacht oder belästigt, z.B. durch unangenehme Kommentare oder das Zusenden von sogenannten „dick pics“. Auch das ist eine Form von sexualisierter Gewalt, in dem Fall ohne Körperkontakt!

Niemand hat das Recht, dich gegen deinen Willen intim anzufassen, zu Sex zu zwingen oder dich mit sexuellen Bildern zu belästigen, etc.! Du hast immer und überall das Recht, dich dagegen zu wehren!

Nein heisst Nein!

Mehr über die Formen sexualisierter Gewalt sowie über alle anderen Formen von Gewalt, die unten aufgeführt sind und was du tun kannst, erfährst du in unseren ausführlichen Texten dazu. Wenn du sie (oder einen davon) liest, nimm‘ dir bitte Zeit und Ruhe dafür, damit du auf die Inhalte vorbereitet bist, besonders dann, wenn du selbst betroffen bist.

  • Akute Gewalt
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Mobbing & Cyber-Mobbing
  • Stalking
  • Diskriminierung
  • Vernachlässigung
  • Folgen von Gewalt
  • Entstehung von Trauma

Wenn du von Gewalt betroffen bist, zögere nicht, dir Hilfe zu holen. Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!


Akute Gewalt

Achtung: Wenn du eine heftige Gewaltsituation erlebst, in der du oder jemand anderes bedroht oder misshandelt wird, kannst du auch direkt die Polizei (Telefon: 110) anrufen und sagen, dass sie kommen soll und du Hilfe brauchst. Die Polizei muss dafür sorgen, dass die Gewalt beendet wird.

Versuch dich, soweit es geht, in Sicherheit zu bringen, z.B. indem du dich in einem Zimmer einschließt oder aus dem Haus gehst und jemanden um Hilfe rufst.

Du kannst als Jugendliche und auch als Frau jederzeit rund um die Uhr in Schutz genommen werden und ohne, dass deine Angehörigen die Adresse erfahren, in eine anonyme sichere Unterkunft gebracht werden.


Körperliche Gewalt

Jemanden absichtlich körperlich wehtun, jemanden schubsen, schlagen, festhalten – all das gehört zu körperlicher Gewalt. Oft schämen sich Menschen, dass sie Opfer körperlicher Gewalt geworden sind, und versuchen die Spuren wie blaue Flecken oder Wunden zu verbergen. Das liegt daran, dass Scham- und sogar Schuldgefühle entstehen können, wenn Menschen in ihrer Würde verletzt werden und „in ihren intimen Raum eingebrochen“ wird. Diese Art von Scham kann man sich auch wie die „Hüterin der Grenze des intimen Raumes“ vorstellen.

Ganz wichtig ist, diese Scham- und Schuldgefühle nicht damit zu verwechseln, für die Gewalt (mit)verantwortlich zu sein!

Die Verantwortung liegt auch hier bei den Täter und Täterinnen – nicht bei dir!

Körperliche Gewalt kommt z.B. in Schulen unter Schüler*innen vor, in engen Beziehungen (sogar auch in Liebesbeziehungen), in der Öffentlichkeit und auch in Familien. Manche Eltern denken, dass es gut sei, Kinder für ein „Fehlverhalten“ zu bestrafen, auch mit körperlicher Gewalt, damit sie daraus lernen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Gewaltvolle Bestrafungen sind immer schädlich für Kinder und Jugendliche! Sie schwächen das Selbstwertgefühl und damit auch die Voraussetzungen, die Kinder und Jugendliche brauchen, um gut lernen und sich gut entwickeln zu können.

Andere Eltern haben große eigene Probleme, Sorgen und Stress und sind sehr überfordert mit sich und ihrer Situation. Das macht ihnen großen Druck und diesen lassen sie durch Gewalt an ihren Kindern aus. Oft fühlen sich Kinder und Jugendliche dann für den Stress und Druck der Eltern verantwortlich und versuchen, „so problemlos“ wie möglich zu sein. Sie tragen aber nicht die Verantwortung, denn diese liegt bei den Eltern. Das ist eine viel zu große Last für Kinder und Jugendliche und führt auf Dauer zu psychischen Problemen bei ihnen. Seit dem Jahr 2000 haben Kinder per Gesetz in Deutschland ein Recht auf gewaltfreie Erziehung (§ 1631 Abs. 2 BGB). Darüber hinaus haben auch Eltern per Gesetz ein Recht auf Beratung und Unterstützung von außen, wenn sie mit der Erziehung bzw. mit anderen Belastungen überfordert sind.

Auch das Miterleben von Gewalt, die anderen wie z.B. Geschwistern oder der Mutter angetan wird, ist sehr belastend und hat oft schädigende Auswirkungen.

Wenn Du körperliche Gewalt erlebst oder erlebt hast, oder Zeugin davon wurdest, bist du mit dieser Erfahrung nicht allein. Du kannst Unterstützung und Hilfe bekommen, damit die Bedrohung und Gewalt aufhört und du dich wieder sicher fühlen kannst!

Du hast ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. Du hast ein Recht darauf, dich wohl und wertvoll zu fühlen.

Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

 

Psychische Gewalt

Psychische Gewalt beschreibt alle Formen der emotionalen Schädigung und Verletzung einer Person. Dazu zählen z.B. Einschüchterungen, aggressives Anschreien, Verleumdungen, Beleidigungen, Drohungen und Demütigungen bis hin zu Psychoterror. Auch extreme Eifersucht, Kontrolle und Dominanzverhalten sind oft damit verbunden. Täter*innen nutzen psychische Gewalt, um Kontrolle und Macht über andere zu bekommen bzw. sich „über sie zu stellen oder sich als höherwertig zu fühlen“.

Abwertende oder demütigende Kommentare, einschüchternde Gesten, Toben, ständige Kontrolle oder Beschimpfungen sind nicht in Ordnung und sollten in keiner Beziehung einen Platz haben. Häufig beginnt psychische Gewalt als schleichender Prozess und wird von Betroffenen, aber auch von Personen aus ihrem Umfeld oft lange Zeit nicht als Gewalt erkannt. Oftmals bestreiten Täter*innen im Nachhinein, was vorgefallen ist oder verharmlosen es. Manche Menschen, die psychische Gewalt ausüben, haben auch kein Bewusstsein dafür, wie sehr sie verletzen und schädigen. Zu psychischer Gewalt gehört auch, wenn Eltern Kinder immer wieder abwerten und beleidigen, weil sie z.B. nicht ihren Erwartungen oder ihren Leistungsansprüchen entsprechen.

Anders als bei körperlicher Gewalt hinterlässt psychische Gewalt keine sichtbaren Wunden oder Spuren und ist deshalb oftmals weniger greifbar oder erkennbar.

Dennoch ist psychische Gewalt äußerst schädlich für die Gesundheit und das Selbstwertgefühl. Personen, die über lange Zeit so etwas erlebt haben, fühlen sich oft klein und wertlos.

Wenn Du psychische Gewalt erlebst oder erlebt hast, bist du mit dieser Erfahrung nicht allein. Du kannst Unterstützung und Hilfe bekommen, damit die Bedrohung und Gewalt aufhört und du dich wieder sicher fühlen kannst!

Du hast ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. Du hast ein Recht darauf, dich wohl und wertvoll zu fühlen.

Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

Mobbing & Cyber-Mobbing

Mobbing ist eine Form von psychischer Gewalt einer Gruppe gegen eine einzelne Person mit dem Ziel, z.B. die Mitschülerin oder den Mitschüler "fertig" zu machen. Nach Umfragen und Studien gehen Expert*innen davon aus, dass fast jedes dritte Kind in Deutschland in der Schule schon einmal gemobbt wurde.

Mobbing ist ein aggressiver Akt und bedeutet, dass eine Person über einen längeren Zeitraum systematisch belästigt, schikaniert oder ausgegrenzt wird. In der Regel geht die Aggression von einer Person aus. Ein Mobber/eine Mobberin wählt jemanden als Opfer aus und wird bei seinen erniedrigenden Handlungen aktiv oder passiv von einer Gruppe von Personen unterstützt. Bei Mobbing gerät eine Schülerin/ein Schüler in eine sehr hilflose Situation. Dabei spielt das Gefühl der Angst eine große Rolle. Die Mitläufer*innen spielen das gemeine Spiel mit, weil sie Angst haben, sonst selbst zur Betroffenen zu werden. Das Opfer versteht in der Regel nicht, warum es beleidigt, gequält und gedemütigt wird und die Gründe, die ggf. herangezogen werden, sind auch beliebig. Auch hier geht es um Macht und nicht darum, dass die Betroffene „etwas falsch gemacht“ hätte oder wegen irgendetwas an ihr dafür verantwortlich wäre.

Mobbing findet auch oft online statt: Dann sind die Täter*innen meist anonym. Das kann besonders verunsichernd sein und zu einer allgemeinen Ängstlichkeit und Misstrauen gegenüber anderen Menschen führen. Besonders belastend ist, dass der Online-Raum eben keine räumlichen und zeitlichen Grenzen hat. Sobald man online ist, wird man wieder konfrontiert und fühlt sich dann z.B. selbst im eigenen Zimmer nicht mehr sicher.

Im Internet besteht die Gefahr, dass beschämende Inhalte noch jahrelang abrufbar sind. Das bedeutet aber auch, dass die Äußerungen nachweisbar sind! Manchmal sind Ex-Partner und Ex-Partnerinnen die Täter und veröffentlichen intime Fotos oder Videos im Internet. Wenn dich jemand gegen deinen Willen fotografiert oder filmt und die Fotos und Videos vielleicht noch weiterverbreitet, ist das strafbar.

Kinder und Jugendliche, die von Mobbing betroffen sind oder waren, versuchen oft lange, die Belastung mit sich allein aus zu machen, auch weil sie vielleicht denken, die Mobber hätten recht damit, dass irgendetwas nicht mit ihnen stimmen würde.

Das ist aber nicht der Fall. Das „alleine mit dem Thema sein“ erhöht nach und nach den Druck in der Person. Häufig führt es auch dazu, dass Betroffene nur noch darauf achten, nicht aufzufallen, nicht anzuecken und es allen recht zu machen. Dadurch kann sich nach und nach das Selbstwertgefühl verringern und ein stimmiges Gefühl zu sich selbst und seinen eigenen Bedürfnissen kann verloren gehen.

Auch wenn es sich so anfühlen kann, als könne niemand etwas dagegen unternehmen, gibt es immer Wege, gemeinsam Mobbing zu stoppen.

Wenn Du Mobbing erlebst oder erlebt hast, bist du mit dieser Erfahrung nicht allein. Du kannst Unterstützung und Hilfe bekommen, damit die Bedrohung und Gewalt aufhört und du dich wieder sicher fühlen kannst!

Du hast ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. Du hast ein Recht darauf, dich wohl und wertvoll zu fühlen.

Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

Stalking

Stalking ist das wiederholte Belästigen und Verfolgen einer Person. Täter können Fremde sein, sind aber meistens Ex-Partner oder Bekannte. Wenn dir jemand ständig auflauert oder dich verfolgt, dich dauernd anruft, obwohl du das nicht willst, oder dir Briefe, E-Mails und SMS ohne Ende sendet, ist das nicht in Ordnung. Vielleicht macht dir die Person auch ständig Geschenke, obwohl du schon mehrfach gesagt hast, dass du das nicht möchtest, oder beschädigt sogar deine Tür, dein Auto oder andere Gegenstände von dir. All das ist Stalking und kann dich psychisch unter immensen Stress setzen.

Es gibt rechtliche Möglichkeiten, sich gegen Stalking zu wehren. Dafür sollten generell Beweise wie Briefe, SMS, Mails und Geschenke aufbewahrt werden. Auch Notizen über Zeiten und Abläufe von dem, was vorgefallen ist, sowie mögliche Zeug*innen sind sinnvoll.

Wenn Du Stalking erlebst oder erlebt hast, bist du mit dieser Erfahrung nicht allein. Du kannst Unterstützung und Hilfe bekommen, damit die Bedrohung und Gewalt aufhört und du dich wieder sicher fühlen kannst!

Du hast ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. Du hast ein Recht darauf, dich wohl und wertvoll zu fühlen.

Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

Diskriminierung

Diskriminierung ist eine Gewaltform, die man auch „indirekte Gewalt“ nennt oder die auch zur sogenannten Strukturellen Gewalt gezählt wird.

Durch Regeln, Gesetze, Vorgaben oder „weil es immer schon so war“ werden manche Menschen nicht mitgedacht und/oder benachteiligt. Das betrifft zum Beispiel Mädchen und Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund, Mädchen und Frauen, die mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung leben oder auch Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung oder sexuelle Identität haben als die Mehrheit.

Diskriminierung ist eine grobe Verletzung der Menschenrechte. Diskriminierte Menschen werden aufgrund individueller oder gruppenspezifischer Merkmale systematisch an der Ausübung ihrer Menschenrechte gehindert. Diese Ungleichbehandlung widerspricht dem Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der besagt, dass alle Menschen gleichwertig sind, egal welche ethnische Zugehörigkeit, Hautfarbe, Religion, Alter, Geschlecht, sexuellen Orientierung, Gesundheitszustand etc. sie besitzen.

Ständig damit konfrontiert zu werden, von manchen als „anders“ wahrgenommen zu werden, kann sehr schmerzhaft sein.

Manchmal führt Diskriminierung auch dazu, dass Menschen beschimpft, ausgegrenzt oder sogar körperlich angegriffen werden.

Wenn Du Diskriminierung erlebst oder erlebt hast, bist du mit dieser Erfahrung nicht allein. Du kannst Unterstützung und Hilfe bekommen, damit du dich wieder sicherer fühlen kannst!

Du hast ein Recht auf die gleiche Behandlung und auf ein gewaltfreies Leben. Du hast ein Recht darauf, dich wohl, wertvoll und gleichberechtigt zu fühlen.

Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

 

Vernachlässigung

Vernachlässigung bedeutet, dass Eltern bzw. Sorgeberechtigte sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern. Auch wenn die Vernachlässigung schon lange her ist und vielleicht auch keine bewussten Erinnerungen an diese Zeit bestehen, können solche Erfahrungen noch als Jugendliche und Erwachsene schwerwiegende Folgen haben. Man unterscheidet zwischen körperlicher und emotionaler Vernachlässigung. Körperliche Vernachlässigung ist z.B. wenn Kinder nicht genug zu essen bekommen, keine saubere Kleidung erhalten, nicht gepflegt werden, bei Krankheit nicht behandelt werden oder nicht mit ihnen zum Arzt gegangen wird, sie keinen ausreichenden Schlaf bekommen etc.

Von emotionaler Vernachlässigung spricht man, wenn Eltern ihren Kindern keine oder zu wenig Zuwendung, Liebe, Respekt und Geborgenheit geben. Auch wenn das Kind zu wenig im Blick der Eltern steht und daher keine Anregung oder Förderung seiner motorischen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung erfährt oder keine altersgemäßen Freiheiten und Grenzen erhält, wird es emotional vernachlässigt. Wenn niemand mit dem Kind spielt oder mit ihm altersangemessen spricht oder seine Bedürfnisse wahrnimmt und anerkennt, ist das für ein Kind sehr schlimm. Je jünger es ist, desto ernster sind die Gefahren für sein Wohlergehen bzw. sein Überleben. Oft ist emotionale Vernachlässigung auch verbunden mit psychischer Gewalt wie z.B. ignoriert werden, Liebesentzug, beschimpft oder verspottet werden, eingesperrt werden etc. Körperliche und emotionale Vernachlässigung sind die häufigsten Formen von Kindeswohlgefährdung und bedeuten immer eine massiv gestörte Beziehung zwischen Eltern und Kind und in der Folge Bindungs- bzw. Interaktionsstörungen auf Seiten des Kindes. Je nach Stärke und Dauer der Vernachlässigung können die Betroffenen auf verschiedenen Ebenen in ihrer psychischen und körperlichen Entwicklung eingeschränkt sein. Oft hängt Vernachlässigung mit einer Suchterkrankung oder anderer gravierender psychischer Erkrankung oder sozialer Belastung der Eltern zusammen.

Wenn Du von Vernachlässigung betroffen warst oder bist, bist du mit dieser Erfahrung nicht allein! Du kannst Hilfe und Unterstützung dabei bekommen, wieder angemessen versorgt zu werden bzw. in einer angemessenen Umgebung zu leben. Du kannst „in Obhut/Schutz“ genommen werden, wenn Du dich an das Jugendamt oder an eine Beratungsstelle wendest. Deine Familie hat auch das Recht auf unterstützende Hilfen, damit jemand von außen dabei hilft, dass sich die Situation zu Hause wieder verbessert.

Du hast ein Recht auf ein gutes Versorgtwerden und auf ein gewaltfreies Leben. Du hast ein Recht darauf, dich wohl, sicher und beachtet zu fühlen.

Egal was passiert ist, es gibt immer Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

Folgen von Gewalt

Gewalt zu erleben oder erlebt zu haben, vor allem durch nahestehende Menschen wie z.B. aus der Familie, hinterlässt meist tiefe Spuren in der Persönlichkeit. Menschen, die Gewalt oder Vernachlässigung erfahren haben, fühlen sich oft nicht liebenswert, nicht geliebt und nicht beachtet. Sie haben Angst, verlassen zu werden und haben Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen. Manche empfinden ihr Leben auch wie durch einen dunklen Schleier oder als würde etwas fehlen, was nicht greifbar ist. Viele fühlen sich schuldig für das, was ihnen angetan wurde und schämen sich dafür. Diese Gefühle sind normal! Sie bedeuten nicht, dass die Betroffenen selbst schuldig sind oder etwas Verwerfliches/Falsches gemacht haben!

Die Reaktionen von Menschen auf schlimme Erfahrungen können sehr unterschiedlich und auch die Folgen können sowohl kurzfristig als auch langfristig und mehr oder weniger schwerwiegend sein. Manche ziehen sich zurück und möchten keinen Kontakt zu anderen Menschen haben, aus Angst enttäuscht zu werden. Andere sind leicht reizbar, reagieren schnell aggressiv und rasten ohne ersichtlichen Grund aus. Die körperliche oder psychische Gewalt, die zuhause erlebt wird, wird nicht selten von Betroffenen auf Geschwister oder andere Kinder und Jugendliche übertragen. Besonders Mädchen und Frauen richten ihre Aggression oder Hilflosigkeit eher gegen sich selbst, indem sie sich selbst verletzen, sich selber abwerten oder sich nichts Schönes mehr gönnen. Auch früheren Interessen wird häufig nicht mehr nachgegangen. Gewalterfahrungen führen dazu, dass die Betroffenen sich schlecht auf Alltägliches, wie zum Beispiel die Schule, konzentrieren können, weil sie immer wieder an das Erlebte denken müssen oder zwanghaft versuchen, nicht daran zu denken. Es kann auch dazu führen, dass sie sich wie „getrieben“ oder „wie auf der Flucht“ verhalten, um nicht zur Ruhe zu kommen und sich spüren zu müssen. Manche Betroffene versuchen das Erlebte unbewusst auch damit zu bewältigen, dass sie sich sehr intensiv auf ein bestimmtes Thema konzentrieren wie z.B. Selbstoptimierung, Ernährung, ein Hobby oder eine Sportart oder dass sie sich über intensiven Serienkonsum oder Drogenkonsum in eine andere Welt „beamen“. Diese psychologisch nachvollziehbaren Versuche, sich eine Art „Schutzrealität/Scheinrealität“ zu schaffen, können wiederum verschiedene Risiken für das Wohlbefinden und die Gesundheit beinhalten.

Wenn Kinder und Jugendliche sexualisierte Gewalt durch Eltern oder andere Bezugspersonen erlebt haben, von denen sie natürlicher Weise abhängig sind und die sie lieben, ist es besonders schwer, das Erlebte zu verarbeiten.

Wenn man dem Täter/der Täterin nicht nur klar negative Gefühle zuordnen kann, ist es besonders schwer.

Beispielsweise kann ein Vater, der sexuell missbraucht oder in der Vergangenheit missbraucht hat, gleichzeitig ein Vater sein, mit dem die Kinder und Jugendlichen auch positive Erfahrungen verbinden. Es kann sogar sein, dass positive und gewaltvolle Erfahrungen verschränkt miteinander verknüpft sind oder in zeitlich engem Zusammenhang stehen. Dies führt meist zu ambivalenten und verwirrenden Gefühlen und Gedanken und zu tiefer Verunsicherung bei Kindern und Jugendlichen.

Das liegt dann daran, dass Kinder und Jugendliche zwar die sexualisierte Gewalt ablehnen, aber gleichzeitig an den Täter emotional tief gebunden sind und ihr Bindungssystem z.B. auch dann aktiviert ist, wenn sie sexualisierte Gewalt durch ihn erleben.

Es kann auch dazu führen, dass Erwachsene, oder auch Jugendliche, die als Kinder sexualisierte Gewalt erlebt haben, ihren späteren Erinnerungen daran nicht trauen (möchten) bzw. dass sie dafür zunächst professionelle Hilfe benötigen.

Nicht die Reaktionen der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind gestört, sondern das gewalttätige Verhalten der Bezugsperson ist gestört und stört und erschüttert damit das überlebenswichtige natürliche Vertrauen der Kinder und Jugendlichen in die Menschen und in die Welt.

Welche individuellen Folgen und Auswirkungen Gewalterfahrungen haben, hängt viel davon ab, wie lange jemand einer Gewalt ausgesetzt war, wie traumatisch sie erlebt wurde und welche Unterstützung, Hilfe und Trost Betroffene erhalten oder eben nicht erhalten haben, um sich wieder sicher und geborgen zu fühlen. Auch Hilfe und Aufarbeitung zu einem viel späteren Zeitpunkt im Leben kann noch zur Heilung und „Aufrichtung in Würde“ führen oder beitragen.

Viele Menschen versuchen zu verdrängen, was sie erlebt haben. Um nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, reden sie nicht darüber, was ihnen passiert ist. Viele Personen, die über lange Zeit z.B. weite Teile ihrer Kindheit Gewalt erlebt haben, halten diese für normal und es fühlt sich für sie vertraut an, so behandelt zu werden. Manchen Betroffenen ist auch bewusst, dass das Erlebte ein großes Unrecht an ihnen war, möchten aber die Täter*innen/Bezugspersonen nicht belasten, nicht konfrontieren oder das Bild „von einer normalen Kindheit“ nicht gefährden.

Entstehung von Trauma

Wenn eine erlebte oder beobachtete Gewalterfahrung traumatisches Ausmaß hatte, bedeutet das, dass in der Person in dem Moment oder in den Momenten eine „Nichts-geht-mehr-Situation“ ausgelöst wurde.

Die Gewaltsituation war so extrem, dass sie Gefühle starker Ohnmacht und starke Hilflosigkeit zur Folge hatte und keine Möglichkeit für Flucht, Schutz oder Verteidigung mehr da war.

Das angeborene biologische Stresssystem ist überfordert und das Gehirn kann aufgrund der überwältigenden Stressreaktion das Erlebte nicht angemessen verarbeiten.

Dies führt oft dazu, dass der Organismus auf einem erhöhten Stresslevel verharrt und bestimmte Folgebeschwerden entwickelt.  

Man spricht dann von akuter traumatischer Belastungsreaktion oder auch von einer Posttraumatischen Belastungsstörung, wenn die Reaktionen länger als einen Monat anhalten.

Typische Merkmale dafür sind z.B. emotionale Abgestumpftheit, körperliche Hocherregung/Anspannung, Schreckhaftigkeit, Vermeidungsreaktionen und Rückzug von Menschen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Erinnerungslücken sowie psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel etc.

Oft gibt es auch verwirrende emotionale oder körperliche Reaktionen auf Auslöser, die an die Erfahrung erinnern oder das Gefühl, als ob das Ereignis immer wieder geschieht („flash-back“).

Folgen von Gewalt und auch Traumafolgestörungen können durch unterschiedliche therapeutische Behandlungen verbessert und geheilt werden und auch das soziale Umfeld kann durch Anerkennung und Unterstützung maßgeblich dazu beitragen, dass es den Betroffenen wieder gut gehen kann.

Voraussetzung ist, dass Betroffene den Mut finden, sich bezüglich der erlebten Gewalt zu öffnen, damit sie die Hilfe bekommen, die sie brauchen und verdienen, um sich wieder sicher und nach und nach wohler und gesünder und wertvoll zu fühlen.

Auch in Beratung zu gehen kann ein guter Schritt sein, erste oder weiterführende Hilfe zu bekommen und „das Schweigen zu brechen“.

Wenn du unter den Folgen von erlebter Gewalt leidest, bist du damit nicht allein!

Du kannst Unterstützung und Hilfe bekommen, damit du dich wieder gesünder und wohler fühlen kannst!

Du hast ein Recht auf Wohlbefinden und ein gewaltfreies Leben.

Du hast ein Recht darauf, dich wertvoll und schützenswert zu finden.

Was kannst du tun?

  • Such dir einen Menschen deines Vertrauens (z.B. eine Verwandte, eine*n Schulsozialarbeiter*in, die Mutter einer Freundin), um alles zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie es dir wieder bessergehen kann.
  • Du kannst uns anrufen, eine Mail schreiben oder persönlich kommen.
  • Wenn Du nicht aus Bielefeld und Umgebung kommst: Es gibt in vielen Städten Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Hier ist eine Liste von Beratungsstellen in NRW.
  • Du rufst eine der Notrufnummern an und erzählst am Telefon, wie es dir geht. Dann bekommst du am Telefon Unterstützung.

Was auch immer dir passiert ist, wir unterstützen dich und sind für dich da!

 

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