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Lass Spuren sichern

Anzeigenunabhängige Spurensicherung

Gemeinsam mit dem Frauennotruf und dem Arbeitskreis „Frauen und Mädchen in und um den Prozess“, kurz „AK Prozess“, hat die Mädchenberatungsstelle das Konzept zur Anzeigenunabhängigen Spurensicherung (ASS) in Bielefeld entwickelt und umgesetzt.

Mädchen und Frauen können nun nach einem (versuchten) sexuellen Übergriff Tag und Nacht in die Notfallambulanz einer der drei Bielefelder Kliniken mit gynäkologischer Abteilung gehen und mögliche Spuren des Übergriffs sichern lassen. Unmittelbar nach einem sexuellen Übergriff befinden sich die meisten Mädchen und Frauen in einer Ausnahmesituation und die Entscheidung, ob sie zur Polizei gehen und Anzeige erstatten sollen, kann in dieser Situation oft noch nicht getroffen werden.

Durch die professionelle Spurensicherung im Krankenhaus werden alle verfügbaren Spuren gesichert und mindestens zwei Jahre lang in der gynäkologischen Abteilung aufbewahrt.

So haben die Mädchen und Frauen Zeit, sich in Ruhe ihre weiteren Schritte zu überlegen. Sie können sich dazu Hilfe und Unterstützung bei der Mädchenberatungsstelle oder im Frauennotruf holen.

Die Untersuchung ist absolut vertraulich und bei Mädchen, die älter als 16 Jahre alt sind, müssen auch die Eltern nicht informiert werden, wenn die Mädchen das nicht wollen. Bei Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren kann die Ärztin/der Arzt in jedem Fall individuell entscheiden. Sollte sich das Mädchen später zu einer Strafanzeige entschließen, braucht die Polizei eine Schweigepflichtsentbindung von ihr und kann dann das Spurenmaterial in der Klinik abholen. Die Aussage des Mädchens kann so durch das zur Verfügung stehende Material unterstützt werden. Falls es nicht zu einer Anzeige kommt, wird das Material frühestens nach zwei Jahren vernichtet, bei Minderjährigen beginnt die Zwei-Jahres-Frist erst mit der Volljährigkeit.

Neben der Spurensicherung werden die Mädchen und Frauen in der Klinik selbstverständlich auch medizinisch versorgt. Dazu gehören ggf. auch eine Infektionsprophylaxe und die Beratung über die „Pille danach“.

Um dieses wichtige Angebot einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, hat der „AK Prozess“ mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW eine flächendeckende Öffentlichkeitskampagne gestartet.

2015 wurden Plakate, Infokärtchen und eine Broschüre gestaltet und an viele verschiedene Einrichtungen in Bielefeld wie z.B. Schulen, Jugendzentren, das Jugendamt, gynäkologische Praxen und Apotheken verteilt. Die Plakate hingen an 250 Litfaßsäulen und an vielen Damentoilettentüren in Kneipen und Diskotheken. 2016 wurde die Öffentlichkeitsarbeit durch einen Film erweitert, der in zwei Bielefelder Kinos gezeigt und über das Internet verbreitet wurde. Eine Version spricht durch mehrsprachige Untertitel auch Zielgruppen an, die der deutschen Sprache noch nicht so mächtig sind, eine andere trägt deutsche Untertitel, um die Zielgruppe der hörbeeinträchtigten Frauen zu erreichen.

Flyer | Anzeigenunabhängige Spurensicherung

  0521 - 17 88 13