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Das Foto zeigt eine Holztür, die von einer Frau geöffnet wird. Die Hände sind noch am Griff und man kann einen Blick in den Garten bekommen

„Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ sind oft in den Schlagzeilen – und immer sind damit Jungen gemeint. Aber was ist eigentlich mit den Mädchen? Die fliehen meist vor Gewalt und Zwangsheirat. Und wenn sie Glück haben, landen sie bei „Porto Amal“ in Bielefeld.

 

Endlich angekommen!

Das Wort „Milch“ ist eine echte Herausforderung, wenn man aus Eritrea kommt. Gazal kennt es zwar schon und tippt mit dem Finger gleich auf das richtige Bild in ihrem Deutschbuch. Aber die Aussprache ist so verdammt schwierig. „Mii…lll…ch“ sagt sie ganz langsam und ihre Zunge kämpft hörbar mit der ungewohnten Konsonanten-Kombination. Aber weiter geht’s, nächstes Wort: Zahn. Das kennt Gazal noch nicht. Fragend schaut das schwarze Mädchen mit den braunen Flechtzöpfen auf die junge blonde Frau, die neben ihr an dem langen Holz-Esstisch sitzt. Franziska ist angehende Ergotherapeutin und macht ein Praktikum hier bei „Porto Amal“. Da steht statt Ergotherapie auch schon mal Deutschlernen an. Franziska öffnet den Mund und tickt auf ihren Schneidezahn. Gazal begreift. „Ah, okay! Sssahn“, sagt sie und lächelt. Franziska lächelt zurück.

An der Wand gegenüber hängen die Pläne mit den Haushalts-Diensten. „Tisch decken und fegen“, „Tisch abdecken und Müll raus“, „Abendbrot vorbereiten mit Betreuerin“ – alles ist per Zeichnung erklärt. Und auch nebenan in der Küche zeigen Bilder, was sich im jeweiligen Schrank verbirgt: Tassen, Töpfe, Schneebesen. Nudeln, Kartoffeln, Bulgur. Plus das deutsche Wort in Singular und Plural: „das Glas, die Gläser“.

Sie können meist kein einziges Wort Deutsch, wenn sie hier ankommen. Aus welchen Ländern die hier lebenden 13 Mädchen geflüchtet sind, zeigt eine Weltkarte im Flur. Bunte Fäden sind gespannt von ihren Heimatländern Somalia, Guinea, Jemen, Irak oder Syrien hierher nach Bielefeld, zu „Porto Amal“. Amal ist ein arabischer Mädchenname und bedeutet „Hoffnung“. „Porto“ heißt Hafen. „In einem Hafen kommt man an. Und dann geht es von dort aus weiter“, erklärt Birgit Hoffmann, Geschäftsführerin des Bielefelder Mädchenhauses, das den „Hafen der Hoffnung“ vor sieben Jahren gegründet hat.

Porto Amal ist, auf gut Neudeutsch, eine so genannte „Clearingstelle“ für, auf gut Bürokratisch, „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, kurz: UMF. Das bedeutet: Die geflüchteten Mädchen landen im Hafen, der in diesem Fall ein Zweifamilienhaus in einem soliden Bielefelder Wohnviertel ist. Zuerst kommt ein neues Mädchen für rund eine Woche in das so genannte Screening-Zimmer, ein Einzelzimmer im Erdgeschoss. Später wird sie sich ein Zimmer mit einem anderen Mädchen teilen. Aber zunächst muss der Neuzugang von einer Tropenärztin untersucht werden. „Sie waren oft Monate unterwegs, manche Jahre, und sind oft in körperlich desolatem Zustand“, erzählt Nicole Schulz, die Leiterin von Porto Amal. Desolat heißt konkret: Viren, Würmer, Krätze, Abszesse, entzündete Zähne.

Und: „Viele Mädchen sind schwanger.“ Oft, weil „sie ihren Körper verkaufen müssen, um die Flucht zu finanzieren und weiterzukommen“. Neben den klassischen Schleppern gebe es Männer, die in den Flüchtlingslagern gezielt nach Mädchen suchen, denen sie sich als „Helfer“ anbieten. Was sie für ihre „Hilfe“ verlangen, ist klar. Nicole Schulz und ihr Team sorgen dafür, dass die körperlich wie seelisch schwer angeschlagenen Mädchen nicht auch noch eine ungewollte Schwangerschaft überstehen müssen, das heißt: abtreiben können, wenn sie wollen. Und dass sie möglichst bald das tun können, was ihnen in ihrem Heimatland häufig verwehrt blieb: Lernen und ein eigenständiges Leben führen.

Ist das Mädchen „gesundheitlich stabil“, geht das Clearing weiter: Wie steht es mit dem Asylantrag, welche Beratung wird gebraucht? Wie geht es dem Mädchen psychisch? Ist es schon so weit, dass es zur Schule gehen kann und wenn ja, auf welche? Und schließlich: Wie und wo kann sie weiterleben, also in welche Himmelsrichtung den sicheren Hafen Porto Amal nach drei bis acht Monaten wieder verlassen?

Die Weiterreise könnte zum Beispiel zu „Linah“ oder „Hannah“ gehen, zwei betreute Mädchen-WGs, die das Mädchenhaus Ende 2015 beziehungsweise im Sommer 2017 aufgebaut hat, nach dem großen Flüchtlingsstrom. Damals platzte Porto Amal aus allen Nähten, alle 13 Plätze waren dauerbelegt. Die Helferinnen stellten Notbetten auf und brachten die geflüchteten Mädchen auch in dem anonymen Schutzhaus für die Mädchen unter, die in Deutschland vor Gewalt oder sexuellem Missbrauch aus ihren Familien geflohen waren. Es mussten also Wohnplätze für diejenigen her, die schon etwas selbstständiger leben konnten. Dank des politisch fortschrittlichen Klimas in der Unistadt Bielefeld gibt es noch mehr Mädchen-Wohngruppen in anderer Trägerschaft. Manche Mädchen können, wenn sie volljährig geworden sind, auch alleine wohnen. Andere gehen zu Angehörigen, die es ebenfalls nach Deutschland geschafft haben. Das kommt allerdings nicht allzu oft vor. „Häufig wollen Mädchen gar nicht zu ihren Familien ‚zurückgeführt’ werden“, sagt Nicole Schulz. Denn nicht selten sind genau diese Familien der Grund, warum die Mädchen geflohen sind.

Gazals Eltern zum Beispiel haben ihre Tochter an eine saudi-arabische Familie verkauft, in der sie als Haushälterin arbeiten musste, oder präziser gesagt: versklavt wurde. Rund um die Uhr musste die 17-Jährige schuften, Geld bekam sie keins und zu essen nur selten. „Ihr wird bei den Mahlzeiten oft schlecht, weil sie in dieser Familie nur jeden zweiten Tag etwas zu essen bekam“, erklärt Nicole Schulz. Als sie ihre Sklavenhalter auf einer Europareise begleitete, ergriff Gazal die Gelegenheit beim Schopf und haute ab. Seit Sommer 2017 lebt sie nun bei Porto Amal. Gazal ist eine Mischung aus dem Kind, das sie nie sein durfte, und der Erwachsenen, die sie zu früh sein musste. Sie ist vermutlich 17 Jahre alt und bei den anderen Mädchen „nicht so beliebt, weil sie nie gelernt hat, altersgemäßen Kontakt mit ihnen aufzunehmen“. Wie ein kleines Kind stupst Gazal die anderen an und kichert, was ihre Mitbewohnerinnen irritiert.

Gleichzeitig gilt Gazal, die beim „Berufskolleg am Tor 6“ eine Klasse für „Jugendliche ohne ausreichende Sprachkenntnisse“ besucht, als Streberin, weil sie „bei Tisch immer darauf besteht, dass Deutsch gesprochen wird“, erzählt Nicole Schulz. „Sie ist sehr emsig und ehrgeizig. Sie lernt so, wie sie früher gearbeitet hat.“

Auch Mula scheint Energie für drei zu haben. Die junge Frau aus Guinea-Conakry war 16, als ihr Vater, ein Imam, sie als „fünfte oder sechste Frau“ an einen 62 Jahre alten Mann verheiratete. Wegen eines Tumors hinter dem Auge ist sie sehbehindert und galt auf dem Heiratsmarkt als „schwer vermittelbar“.

Es war Mulas Mutter, die der Tochter zur Flucht verhalf. Sie organisierte einen Fluchthelfer, dem sie Geld gab. Als Mula Ostern 2017 bei Porto Amal ankam, „waren wir in Sorge: Findet sie sich mit ihrer Sehbehinderung im Haus zurecht?“, erinnert sich Birgit Hoffmann. „Dann dachten wir: Sie hat es aus Guinea hierher geschafft, dann schafft sie es hier auch. „Was für ein Mut!“ sagt Birgit Hoffmann und fügt etwas leiser hinzu: „Und was für eine Not.“

Mula schafft noch viel mehr. Jeden Morgen steht sie um sechs Uhr auf, um mit Bus und Bahn nach Soest zu fahren, wo sie die Integrationsklasse einer Sehbehindertenschule besucht. Sie spricht „hervorragend Deutsch“ und trägt bei Porto Amal den Adelstitel „Königin im Haus“, weil sie neue Mädchen einweist und ihnen den Haus-Alltag im Hafen erklärt.

Es ist keine Seltenheit, dass Mütter ihren Töchtern zur Flucht verhelfen. Wenn zum Beispiel die Taliban mit ihren mittelalterlichen Gesetzen eine Drohkulisse aufbauen, vor der die Mädchen von den eigenen Familien nicht geschützt werden können. Sind die Mädchen dann in Deutschland angekommen, „haben sie oft wahnsinnige Schuldgefühle, weil sie wissen, dass ihre Mütter sich für sie in Lebensgefahr gebracht haben. Sie fragen sich: Wird meine Mutter das überleben?“

Normalerweise ist in den Medien von Jungen die Rede, wenn es um Jugendliche geht, die sich ohne Eltern oder andere Verwandte auf den Weg nach Europa machen. Das liegt einerseits schlicht an deren deutlicher Überzahl: 97 Prozent der Minderjährigen, die sich ohne ihre Eltern oder andere Verwandte auf den Weg nach Europa machen, sind laut einer Unicef-Studie vom Frühjahr 2017 männlich. Dass die geflüchteten Jungen mehr Schlagzeilen produzieren als die Mädchen, hat allerdings noch einen zweiten Grund: Meist geht es um Probleme. Zum Beispiel um die Tests, mit denen das Alter der jungen Geflüchteten festgestellt werden könnte, von denen sich so mancher jünger macht als er tatsächlich ist. Oder um sexuelle Übergriffe. Oder, der bisher schlimmste Fall, um den Mord in Kandel, wo ein (angeblich) 15-jähriger Flüchtling aus Afghanistan in einem Supermarkt seine Ex-Freundin erstochen hat. Die Mädchen aber machen in der Regel keine Schwierigkeiten. Nicht zuletzt deshalb, weil so verschwindend wenige von ihnen überhaupt hier ankommen.

Bis 2014 war die Zahl der geflüchteten Jugendlichen in Deutschland überschaubar: Rund 2.000 „UMF“ kamen pro Jahr in Deutschland an. Doch mit der so genannten „Flüchtlingskrise“ im Sommer 2015 verzehnfachte sich ihre Zahl schlagartig auf 22.500. Im Jahr 2016 zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dann sogar 36.000 unbegleitete Minderjährige. Legt man die UN-Studie zugrunde, waren drei Prozent von ihnen Mädchen, also rund tausend.

Diese tausend Mädchen haben fast alle traumatische Erlebnisse gehabt, wie Vergewaltigung und Prostitution vor oder während der Flucht. In Deutschland hätten sie sofort getrennt von Jungen und Männern untergebracht und besonders geschützt werden müssen. Das war bis dato jedoch keineswegs selbstverständlich gewesen.

Das Bielefelder Mädchenhaus, 1987 gegründet und folglich ausgestattet mit über 30 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Mädchen, die vor sexuellem Missbrauch oder Zwangsheirat aus ihren Familien geflohen sind, wollte deshalb ein passendes Angebot nur für Mädchen aufbauen. Und so schritt die Leiterin Birgit Hoffmann zur Tat und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Gebäude für die geflüchteten Mädchen.

Weil die Mieten horrend sind, beschloss das Mädchenprojekt ein Haus zu kaufen. „Sicher ist das ein Risiko“, sagt Hoffmann, denn Porto Amal wird von der Stadt über Tagessätze finanziert, das heißt: Die Fixkosten für Gebäude und die 14 Mitarbeiterinnen, die sich sieben Vollzeitstellen teilen, bleiben gleich – egal, wie viele Mädchen gerade hier leben. „Aber ich finde es wichtig, dass Frauenvereine sich was zutrauen und etwas schaffen, das bleibt!“

Drei Monate lang renovierten die Frauen das Haus. „Ohne Spenden hätten wir das nicht geschafft“, sagt Hoffmann. Und auch nicht ohne die Schulklassen, die ehrenamtlich halfen. „Da fuhr dann ein Bus mit 30 Realschülerinnen und Realschülern in Hoodies vor, die dabei halfen, die Tapeten abzureißen und das Gebäude zu entrümpeln.“

Mit Spenden in Form von Geld und (Wo)Manpower stemmt Porto Amal auch die Freizeitangebote für die Bewohnerinnen: Die Polizei rückt zum Fahrradkurs an oder Schülerinnen von der Berufsschule für Sozialarbeit zum Strickprojekt. Ausflüge stehen natürlich auch auf dem Programm, zum Beispiel zum Münsteraner Zoo oder zum Kölner Dom.

Was gemacht werden soll, entscheidet das „Mädchenplenum“. Es tagt jeden Dienstag ab 17.45 Uhr und es herrscht für alle zurzeit 13 Mädchen Anwesenheitspflicht. Die Mädchen sollen lernen, dass sie selbst Entscheidungen fällen können und dass ihre Meinung zählt. Das galt auch, als das Plenum beschloss, die vormals gelben Wände des Wohnzimmers pink zu streichen. Die Betreuerinnen fanden das nicht wirklich schön, aber Beschluss ist Beschluss.

Auch eine andere demokratisch gefällte Entscheidung wurde umgesetzt: Das Mädchenplenum wünschte sich eine Fahrt zum Berliner Reichstag. Dort angekommen, stellte sich heraus: Das Plenum wollte keineswegs nur durch die imposante Glaskuppel laufen, sondern: direkt zur Kanzlerin. „Sie sagten, sie wollten jetzt ins Büro von Frau Merkel“, erzählt Nicole Schulz lachend. Zwei Botschaften hätten sie der Kanzlerin gern überbracht: Erstens wollten sie sich bedanken. „Aber sie wollten der Kanzlerin auch sagen, dass sie sich als Mädchen mehr Unterstützung und einen sicheren Aufenthalt wünschen.“ Die Kanzlerin war nicht da.

Weder das „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ noch die Bundesarbeitsgemeinschaft UMF fragen die Fluchtgründe der „Unbegleiteten Minderjährigen“ getrennt nach Geschlechtern ab. Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef interessiert sich in seiner Studie nicht dafür, warum die Mädchen ihre Heimatländer verlassen. Dabei ist die Antwort auf diese Frage aufschlussreich: „80 Prozent der Mädchen aus Porto Amal sind im vergangenen Jahr vor Zwangsheirat geflohen“, wissen Nicole Schulz und Birgit Hoffmann aus langjähriger Erfahrung.

Umso wichtiger, dass Deutschland im Sommer 2016 nach langem Hickhack die Frühehen verboten hat. „Das ist eine Botschaft, die wir in alle Länder senden!“ freut sich Birgit Hoffmann. Mit so mancher jüngeren Kollegin diskutiert sie darüber, warum sie es richtig findet, dass der Staat der Verheiratung minderjähriger Mädchen einen Riegel vorschiebt. „Da heißt es schon mal: ‚Wieso, wenn sie das doch freiwillig macht?‘“

Diesem Argument der so genannten Freiwilligkeit entgegnet Hoffmann: „Bei Mädchen, die in dem Bewusstsein aufgewachsen sind, dass ihnen nicht dieselben Rechte wie Jungen oder Männern zustehen und die auch keine andere Lebensperspektive kennen, kann von einer Freiwilligkeit keine Rede sein!“ Doch Grüne und Linke haben gegen das Gesetz zum Verbot der Minderjährigen-Ehe gestimmt, weil sie es „populistisch“ finden. „Wir müssen uns gerade machen“, findet Hoffmann. „Sonst bleibt aus Angst, nicht politisch korrekt zu sein, unser Engagement für die Mädchen auf der Strecke.“

Mindestens genauso wichtig wie das Gesetz sind für die Porto Amal-Bewohnerinnen Vorbilder. Frauen wie die Betreuerin Roxane. Die junge Frau mit der schwarzen Nerd-Brille und dem grünen Hoodie scheint nicht nur mit chronisch guter Laune und enorm viel Energie ausgestattet – was gut ist an einem Ort, an dem manche Mädchen nachts weinend aufwachen oder morgens zu traurig zum Aufstehen sind. Roxane ist auch der lebende Beweis dafür, dass frau es schaffen kann.

2005 kam die heute 28-Jährige mit einem Stipendium aus Gabun nach Deutschland. Sie studierte Erziehungswissenschaften und ist jetzt seit drei Jahren bei Porto Amal. Gerade hält sie die Stellung im Büro im Erdgeschoss des Hauses und erzählt strahlend, wie sie durch Zufall das besondere Talent von Essohouna entdeckte. Das Mädchen von der Elfenbeinküste sitzt gerade im Schneidersitz auf ihrem Bett und büffelt still über einem Deutsch-Grammatikbuch. Aber als sie vor ein paar Wochen im Bad war, glaubte Roxane ihren Ohren nicht zu trauen. „Essohouna hat unter der Dusche gesungen. So schön!“ schwärmt sie. Seither schmettern die beiden zusammen, so oft sie können. Roxane hat sogar einen Chor für Essohouna gefunden, in dem sie seitdem einmal die Woche singt.

Jetzt kommt auch Gazal aus ihrem Zimmer. Auch sie hat eine besondere Begabung: Laufen. Das fand die Porto Amal-Besatzung heraus, als Gazal im Herbst beim „Bielefelder Reformationslauf“ mitmachte und zur Verblüffung aller als erste ins Ziel lief. Auch dieses Talent muss gefördert werden. Gazal bekam eine Laufhose und eine Laufjacke plus Joggingschuhe.

Draußen ist es schon dunkel und es regnet Bindfäden. Aber das ist Gazal egal. Sie war lange genug eingesperrt. Sie öffnet die Tür und rennt los. In die Kälte – und in die Freiheit.

Chantal Louis, EMMA 03/18

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